Hexenhäusl und Jungfernloch
Ruhe und Entschleunigung
Nach einer längeren Auszeit suchte der mensch heute Ruhe und Entschleunigung im Busch. So einen klassischen Waldspaziergang hatte ich lange nicht - als Ausgleich für die unlängst gefahren Kilometer auf dem Rad und die zahlreichen Termine der vergangenen Tage. Gesagt, getan, Spechtshausen (schön gelegen am Rande des Tharandter Waldes) war mir vom letzten Besuch noch wohlbekannt und also fuhr ich dort hin.
Die Route
Zuerst der Mühlweg in den Busch hinein, dann gleich der Basaltweg (vor Ort ist alles bestens ausgeschildert). Der führt alsbald zum Ascherhübel, einem Basaltbruch, der bis 1913 als Steinbruch diente. Funfact: Das alte Häuschen des Sprengmeisters steht heute als liebevoll gestaltete Schutzhütte Hexenhäusl allen Interessierten zum Verweilen offen. Ich schaute mir alles an, fand leider niemanden zum Verschrecken und lief im Bogen auf dem Basaltweg weiter, um auf den Jakobsweg (auch Heiliger Weg, die Strecke des alten Pilgerweges, der eins vom Böhmischen nach Meißen führte, wurde reaktiviert, siehe auch Sonntags) zu wechseln.
Am dort stehenden Balkenkreuz vorbei ging es, immer auf schönem Pfad, weiter zur Ernemann-Hütte (ebenfalls eine Schutzhütte). Der Wiesenweg führte dann zum nächsten Höhepunkt der Wanderung: dem Jungfernloch, eine einst von Feen bewohnte Höhle, die heute nur noch eine kurze, flache und begehbare Höhle im Fels am Wegesrand ist. Immerhin das!
Der Lange Weg brachte mich letztlich zum Waldrand zurück (komoot).
Was schön war
Die Ruhe und die schönen Wege im Wald. Der stets wechselnde Charakter der Waldlandschaft. Die vier Teiche am Wegesrand - auf allen blühten die Seerosen herzallerliebst. Beim Lauschen nach Vögeln hörte ich den Zilpzalp, das Sommergoldhähnchen, den Zaunkönig und den Waldbaumläufer.
Einziges Ungemach
Die garstigen Stechfliegen. Ich durchschritt so manches Feuchtgebiet und war das willkommene Opfer (die schützende Tinktur lag vergessen zu Hause). Aber gut, der mensch wehrte sich heldenhaft und erschlug so einige der Blutsauger, kam jedoch nicht umhin, seine Wunden hernach an einem kühlen Quell zu versorgen.
So war das alles, an diesem heutigen Donnerstag-Vormittag.