Kleinkunst in der Kleinstadt
Was geht ab in der kleinen Stadt? Inmitten all der globalen und regionalen Turbulenzen fasse ich mich kurz und verweise anbei auf zwei Ausstellungen und drei andere wichtige, nachhaltig gute Laune erzeugende Termine. Die lokalen Veranstaltungshinweise also, die ich für mich bemerkenswert halte.
Von Kasper bis Sandmännchen – Puppenspieltradition in Sachsen
Das Puppenspiel gehört zu den ältesten Bühnenkünsten – und auch wenn es heute mit Fernsehen, Streaming und Social Media konkurrieren muss, hat es nichts von seiner Faszination verloren. In Hohnstein, Bärenfels und Pirna wird diese Tradition bis heute lebendig gehalten.
In Hohnstein fand das Puppenspiel durch Max Jacob einen ganz neuen Ton: Sein Kasper war nicht mehr der grobschlächtige Haudrauf vom Jahrmarkt, sondern ein witziger, schlauer und moralisch überlegener Held. Die „Hohnsteiner Puppenspiele“ entwickelten sich in den 1930er Jahren zu einer der einflussreichsten Bühnen Deutschlands und prägten Generationen von Puppenspielern.
Auch in Bärenfels und Pirna entstanden nach 1945 eigene Bühnen, inspiriert von Jacobs Arbeit. Paul Hölzig brachte in Bärenfels mit Stabpuppen frischen Wind ins Genre, während Wolfgang Hensel in Pirna mit den „Pirnaern“ große Erfolge feierte. Dort begann auch die Karriere von Heinz Fülfe, der später mit Taddeus Punkt und Struppi im „Sandmännchen“ Kinderherzen eroberte.
Wer diese spannende Geschichte entdecken möchte, sollte die noch bis zum 19. Oktober laufende Sonderausstellung im Stadtmuseum Pirna besuchen: Neben historischen Handpuppen und Dokumenten gibt es dort auch kleine filmische Überraschungen zu erleben. Sie ist ein Muss für alle, die Kasper, Struppi und Co. schon immer geliebt haben!
Miniaturwelten voller Geschichten – Puppenküchen im StadtMuseum Pirna
Anbei noch ein Hinweis auf die kommende Ausstellung zur Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel … Ich trommle ja gerne für das hiesige Stadtmuseum.
Eine Puppenküche zum Geburtstag – so begann vor 25 Jahren die Sammelleidenschaft von Anett Andrich. Heute besitzt sie rund 50 Puppenküchen, 15 Kaufmannsläden und zahlreiche Puppenhäuser samt Zubehör. Manche Stücke mussten liebevoll restauriert werden, andere sind im Originalzustand erhalten geblieben. Die ältesten Objekte stammen aus den 1920er Jahren, die jüngsten aus den 1970ern.
Jede Küche ist mehr als nur Spielzeug: Sie erzählt vom Alltag vergangener Generationen, von Mode, Lebensstil und den Träumen der Kindheit. Besonders die Kaufmannsläden erinnern an eine Zeit, in der Einkaufen noch persönlicher war – ganz anders als in den anonymen Supermärkten von heute.
Das StadtMuseum Pirna zeigt in seiner kommenden Sonderausstellung einen Querschnitt dieser faszinierenden Sammlung. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf detailreiche Miniaturwelten freuen, die nicht nur Nostalgie wecken, sondern auch spannende Einblicke in Kulturgeschichte geben.
So weit, so gut, so viel zum Museum.
Elektro-Rock-Punk aus dem kaputten Regal
Wenn eine Erfurter Elektro-Expertise auf eine Berliner Röhre stößt, entsteht ein Klang, der keine Gefangenen macht: rebellisch, authentisch, laut und rotzig. Diese Mischung ist nichts für nebenbei, sondern pure Energie – ein musikalischer Befreiungsschlag.
Für alle, die elektronischen Punk lieben und auf der Suche nach neuen, ungeschliffenen Sounds sind, gilt: Unbedingt reinhören und live erleben. Hier wird Musik nicht nur gespielt, sondern gefeiert. Wannn und wo?
Am 12.12.2025, 20:30 Uhr, im Uniwerk zu Pirna (bitte auch die anderen Veranstaltungen beachten).
Böhmische Weihnachten im Sitzen
Auch in der hiesigen Kleinkunstbühne Q24 läuft vieles – allerdings nur wenig für uns (rein subjektiv besehen). Zu empfehlen ist natürlich der alljährliche Triple-Trouble-Abend (ich berichtete) und die Böhmischen Weihachten mit der Jindrich Staidel Combo, zwei Schmankerl, die wir uns wohl nicht entgehen lassen werden.
Last but not least
… möchte ich noch auf die kommenden Konzerttermine in der Marienkirche zu Pirna verweisen, die stets (so wir sie wahrnehmen können) ein besonderes Erlebnis sind.
Wissta Bescheid
Also raus aus der Landeshauptstadt und ab gehts nach Pirna – denn dort steppt der Bär. :)