Permanent Revolution - Class War In The Key Of Oi!
Wenn man an Oi! denkt, geht der Blick automatisch Richtung England – East End, Hafenviertel, Kneipen, Doc Martens. Doch ausgerechnet aus Brisbane (Meanjin), Australien kommt jetzt eine Band, die den Sound der Straße ehrlicher, wütender und politisch klarer (oder besser: mindestens genauso gut) einfängt als viele ihrer britischen Kollegen: Permanent Revolution.
Mit ihrem zweiten Album „Class War in the Key of Oi!“ (12 Titel, 38 Minuten, herausgegeben am 24.10.2025) liefert die Band ein kompromissloses Manifest der antifaschistischen Skinhead-Kultur. Kein Retro-Kitsch, keine Pose – hier trifft Stahl auf Herz. Gegründet hat sich die liebenswerte Kapelle im März 2016 - das Debütalbum "Permanent Revolution" erschien am 27. Januar 2018 - um ein paar Eckdaten zu benennen.
Die Jungs knüpfen an klassischen britischen Oi!-Sound an – groovende Midtempo-Beats, röhrende Gitarren, Refrains zum Mitbrüllen –, aber die Energie ist deutlich roher. Und solch Songs wie „Touch One! Touch All!“ oder „Class Traitor“ sind nicht nur musikalische Faustschläge, sondern auch klare Ansagen: Solidarität ist kein leeres Wort, sondern gelebte Haltung.
SHARP (Skinheads Against Racial Prejudice) steht hier nicht als Deko in der Bio, sondern als gelebtes Prinzip. In einer Szene, die oft missverstanden oder vereinnahmt wurde, schafft Permanent Revolution das Kunststück, Stolz, Zugehörigkeit und politische Klarheit miteinander zu vereinen.
„Class War in the Key of Oi!“ ist genau das, was der Titel verspricht – ein Kampfalbum. Gegen Ungerechtigkeit, gegen Faschos, gegen die Gleichgültigkeit der Gesellschaft. Tracks wie „Bootlicker“ und „Gender Blind“ machen deutlich, dass Oi! auch 2025 politisch und relevant sein kann, wenn man Haltung zeigt.
Im Song „Brisbane City Skinheads“ blickt die Band auf ihre lokale Szene – ehrlich, rau, stolz. Und mit „United We Stand“, einer Coverversion des alten Unity-Klassikers, schließen sie das Album mit einer Faust in der Luft und einem klaren „One world, one struggle!“.
Fazit
„Class War in the Key of Oi!“ ist kein Nostalgie-Trip – es ist ein tagesaktueller Aufruf zur Solidarität. Wir hören echten, ehrlichen Oi!, ohne rechte Scheiße und strotzend vor Klassenbewusstsein.
Ich muss die Band im Auge behalten. Und Australien sowieso.