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Eines langen Tages Reise in die Nacht

Kunterbunt Rappel 28.01.2026
(Überarbeitet am 09.03.2026 )
Foto von Camille Roux auf Unsplash

Mit Eines langen Tages Reise in die Nacht zeigt das Staatsschauspiel Dresden derzeit einen der großen Klassiker des modernen Theaters in einer kraftvollen Interpretation.

Eugene O’Neills stark autobiografisches Drama erzählt von der Familie Tyrone, die an einem einzigen Sommertag im Jahr 1912 an ihren gegenseitigen Erwartungen, Verletzungen und Abhängigkeiten zerbricht. Im Mittelpunkt stehen vier Figuren, die einander lieben und zugleich zerstören: der geizige, kontrollierende Vater James, die morphiumsüchtige Mutter Mary und die beiden Söhne Jamie und Edmund, dessen schwere Erkrankung die verdrängten Konflikte eskalieren lässt. O’Neill zeichnet dieses familiäre Geflecht mit großer Schonungslosigkeit und emotionaler Tiefe.

Sebastian Hartmann (Regie) verzichtet in Dresden bewusst auf psychologischen Realismus. Seine Inszenierung arbeitet mit Fragmenten, Wiederholungen und starken Bildern, in denen Erinnerung, Traum und Gegenwart ineinanderfließen. Die reduzierte Bühne, Live-Musik und vor allem auch die hohe körperliche Präsenz der Schauspieler verdichten das Geschehen zu einem intensiven, beinahe rauschhaften Theaterabend.

Die Kritik lobte nach der Premiere (am 29.11.2024) die konsequente Regie, die emotionale Wucht und den Mut zum offenen Spiel. Zweifellos fordert diese Art der Inszenierung ihr Publikum (auch gestern Abend war so mancher dem Anspruch nicht gewachsen und verließ vor der Zeit den Saal), doch genau darin besteht ihre Stärke. Die Einladung Hartmanns mit gleich zwei Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen in diesem Jahr bestätigt (neben der FAUST-Nominierung) den überregionalen Erfolg.

Zum Ende applaudierten wir begeistert. Und all die Anderen auch.


Eines langen Tages Reise in die Nacht

Staatsschauspiel Dresden, letzte Vorstellung am 14.02.26

Abgelegt in:

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Guten Tag. Rappelsnut war einmal ein reich bebildertes Tagebuch im Netz. Der Autor lebt in Pirna, einer alten Stadt an der Elbe und schreibt hier weiter über das, was schön war. Oder immer noch schön ist. Zumeist jedenfalls.

Wer mitliest, ist herzlich willkommen.

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