Semmichau, Birkau und Göda
Die Lausitz passt immer, ganz besonders im Frühjahr. Und wir haben es nicht weit.
Zum Sonntag fuhren wir also in diese Lausitz, um C. zu besuchen. Zuvor liefen wir jedoch eine kleine Runde bei Göda, zum Zwecke des Auslaufs und um einmal nachhaltig durchzuatmen. Diese darf nicht unter den Tisch fallen und soll hiermit kurz erwähnt sein.
Südlich von Göda
Wir starteten an der Kirche in Göda. Das historische Gemäuer steht auf einer Anhöhe und ist aus allen Richtungen weithin sichtbar (aufgrund ihres charakteristischen, weißen Doppelturms stellt sie eine Landmarke dar). Eine geöffnete Pforte lud zur Offenen Kirche ein und wir besichtigten somit den freundlich gestalteten Innenraum mit der imposanten Eule-Orgel.
Hernach schritten wir aus, inmitten der blühenden Rapsfelder und gen Süden, Richtung Semmichau, um von dort nach Birkau weiterzulaufen. Still war es auf dem Weg, der frische Wind trieb die grauen Wolken auseinander und der Kuckuck sang sein immergleiches Lied am Wegesrand. Von Birkau brachte uns die Landstraße zurück nach Göda. Wir passierten die alten Stallanlagen der ehemaligen LPG (T) Göda und liefen weiter zum Rückhaltebecken, um dieses einmal zu umrunden. Ein schöner Pfad führt um das 1962 in Betrieb genommene Becken, welches seiner Zeit aufgrund der durch das Lange Wasser verursachten schweren Hochwasserschäden errichtet wurde.
Zuletzt galt es noch am Steinkreuz zu Göda anzuschlagen, welches sich gegenüber dem Spritzenhaus findet. Dessen Bedeutung ist nicht eindeutig, jedoch halten wir die Sage von den zwei Brautleuten, die an dieser Stelle vom Blitz erschlagen wurden, für durchaus plausibel. Bis zum eingangs erwähnten Gotteshaus war es dann nicht mehr all zu weit, um diese Runde zu vollenden.
Was schön war: die weite Rundumsicht. Die Ruhe auf den Wegen. Und das frische Grün, überall. Am Wasser fand sich eine Bank und wir hörten den Drosselrohrsänger, die Mönchsgrasmücke, den Zilpzalp und die Singdrossel.
Nicht so schön: viel Asphalt und wenig Sonne.
Last but not least: Auf der Rückfahrt erkundeten wir ein weiteres Bodendenkmal. In einem Wäldchen bei Spittwitz findet sich ein versteckt gelegener Gedenkstein, der an einen Todesfall von anno dazumal (?) erinnert: der Stein im "Mordgrund" (Foto oben). Wer dazu etwas Näheres weiß darf gerne kommentieren.
Im Anschluß gab es den frisch gebrühten Bohnenkaffee bei C. auf dem Hof. Wir sprachen über das Fleisch von alten Kühen (Kühe, die lange leben und auf Weiden weiden, entwickeln ein intensiveres Aroma und eine feine Marmorierung), Rohmilch, die nach Silage schmeckt, die Herstellung von Corned Beef und Katzen, die heimlich mit dem Postauto über die Dörfer fahren.