Zwölf Tage im Norden
Wir machten Urlaub und erkundeten die drei Perlen des Nordens. Die Auszeit tat not und wir haben das Beste daraus gemacht. Dumm nur, dass sie schon wieder vorüber sind, diese zwei der sechs schönsten Wochen des Jahres. Ich lobe im Fazit laut und veröffentliche hiermit den obligatorischen Rückblick.
Lüneburg
Die kleine Ferienwohnung in der Altstadt. Im historischen Gemäuer, viele hundert Jahre alt. Malerisches Fachwerk, liebenswerte Backsteingotik, bemalte Holzdecken – wie es sie auch in Pirna gibt. Dazu drei Kirchen, die St. Michaelis Kirche, die Nicolaikirche und St. Johannis. Vom Turm der zuletzt genannten ertönt allmorgendlich ein Choral über die Dächer der Hansestadt, in jede der vier Himmelsrichtungen geblasen auf dem Flügelhorn – wir haben das für euch überprüft. Sind durch die alten Gassen spaziert, an jedem Tag, haben den historischen Wasserturm erklommen und auf die Stadt geschaut, das Kloster Lüneburg besucht und sind landauf und landab geradelt, gerne und gerade auch an der Ilmenau und natürlich in der Heide.
Auch interessant: das Schiffshebewerk Scharnebeck, der Elbe-Seitenkanal, unter dem man hindurchfahren kann und die Dörfer im Umland. Und beinahe jeden Tag: Spargel satt mit Kantüffeln – de sünd dat Gold vun de Heid.
Am fünften Tag setzten wir um und reisten über Uelzen nach Hamburg. Eine Stippvisite nur, der bemerkenswerte Hundertwasser-Bahnhof, den sollte man sich anschauen, wenn man schon einmal in der Nähe weilt.
Hamburg

Das Wochenende in Hamburg, dem Brauhaus der Hanse. Also zwei Tage und zwei Nächte bei S., unserer Freundin in Harburg. Keine Zeit für Müßiggang, es wurde geschwatzt, gespeist und gefeiert, dass es eine Wonne war.
Am Freitagabend dann endlich dieses dolle Konzert im Monkeys Music Club: Booze and Glory and The Gamblers, sehr gut besucht und bei ausgezeichneter Stimmung – eine ausgelassene Skinhead-Reggae-Party, auf die ich mich lange schon gefreut habe.
Putzbüdel und Hopihalid
Am Samstag galt es weiter zu feiern, eine Geburtstagsparty, ganz privat dieses Mal und ebenfalls sehr angenehm. Wir schwangen das Tanzbein (Schüddel de Büx!) und brachten den Sommer in die Stadt, mit Sonne satt und blauem Himmel - den hatten wir in Lüneburg doch ein wenig vermisst.
Zwei schöne neue Worte habe ich in Hamburg gelernt: Hopihalido (steht für Holstenpilsnerhalbliterdose) und Putzbüdel (ist platt und meint den Barbier).
Kappeln an der Schlei
Von Hamburg fuhren wir hinauf nach Kappeln. Der Raps blühte, die Japanische Kirsche blühte, die Butterblumen standen herzallerliebst in den Wiesen. Wir spazierten am Hafen, bestaunten die Klappbrücke und aßen das Labskaus zum Flens.
Das Prachtwetter lud zum Radeln ein. Und so erkundeten wir die Umgebung. Fuhren entlang der Schlei, besuchten das historische Sieseby und Arnis (als die kleinste Stadt Deutschlands, die seit kurzem auch wieder eine Fährverbindung hat).
Als ein besonderes Schmankerl darf die Tour im Geltinger Birk eingeordnet werden, mit dessen besonderer Lage an der Ostsee. Dazu muss Massholm erwähnt werden, eine weitere Perle am Schleifjord, die wir ausgiebig inspizierten.
Hannes Schlie wacht über den Hafen und die Schlei
Und die Schleimündung natürlich, mit dem Dampfer waren wir auf dem Wasser unterwegs und besuchten Schleimünde, die alte Lotsenstaion. Die strotzt mit ihrem Charme und ihrer Historie – im Gegensatz zum Ostseeresort Olpenitz, diesem aus dem 3D-Drucker erbrochenen Ferienpark, der am Tag darauf auf unserer Tour lag. Aber gut, die stillen Momente an der Steilküste bei Schönhagen stimmten uns dann wieder versöhnlich.
So war das alles, in diesem Frühjahr '25 und dort oben im Norden. Es waren gute Tage, in schöner Landschaft und bei rundweg freundlichen und offenen Menschen.
Wir werden ein ganzes Weilchen davon zehren müssen.




























