Doppel E und Alte Drei

Ein Spaziergang in der Dresdner Heide

Bewegung tat not, und wenn das so ist, dann ist das dort gefällig, wo der mensch lange nicht gewesen ist. Die Dresdner Heide, speziell die Ecke Fischhaus/ Mordgrund ist solch eine Gegend, in der ich mehr als 15 Jahre nicht war. Also begab ich mich dorthin, zum Zwecke eines Waldspaziergangs.

Die Route

Startpunkt war der Parkplatz Nähe Fischhaus. Zunächst lief ich zu diesem, kontrollierte den gegenwärtigen Zustand der alten Waldgaststätte und lief im Bogen (am ehemaligen Hochbehälter der Saloppe vorbei) wieder zum Parkplatz zurück. Via Doppel E (so die Wegbezeichnung) ging es dann in die Heide hinein. Der Wald ist ein Laubwald, im Dickicht finden sich nur wenige Nadelbäume. Und es geht stetig bergan. Knappe zwei Kilometer später wechselte ich rechts auf die Alte Drei/ Diebssteig und lief lockeren Schrittes durch den jetzt sonnigen Wald. Der Lärm der Landstraße verlor sich mit jedem Schritt. Später tangierte ich das munter dahinplätschernde Mordgrundwasser und folgte darauf dem Forstmeister Vogel Weg.

Nächster Höhepunkt der jetzt an Abwechslung reichen Runde waren die Napoleonschanze und kurz darauf der Ausblick von der Kante auf den Mordgrund und die Stadt Dresden. Ich verweilte nicht ob der dort ratlos herumstehenden Teenager in Größenordnungen und lief schnurstracks weiter zum Wolfshügel, um an der Ruine des Wolfshügelturms anzuschlagen. Der war anno dazumal ein von Stadtbaurat Hans Erlwein erschaffener Stahlbeton-Aussichtsturm auf dem 211 m hohen Wolfshügel und wurde am 8. Mai 1945 von der SS gesprengt. Derweil gibt es, dem Vernehmen nach, Pläne zum Wiederaufbau. Auch hier war der Aufenthalt nicht von Dauer, da ein Kindergarten Ausgang hatte. Aber gut.

Ich lief hinunter und, begleitet vom wieder zunehmenden Verkehrslärm, kam ich alsbald zum Ausgangspunkt am Rand der Heide zurück (komoot).

Was schön war

Ich bin ja immer wieder begeistert vom umfangreichen Wegenetz in der Dresdner Heide. Und dem immer noch gepflegten historischen Wegzeichennetz mit seiner eigenartigen Symbolik. Auch nett: Ich hatte gestern das perfekte Wanderwetter und fand die gesuchte Ruhe im Busch. Zudem bot die Runde, abgesehen vom ersten Stück auf dem Doppel E, reichlich Abwechslung und ein sportliches Auf und Ab.

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 02/03/2026