Rappelsnut

Wandern, Punkrock & der ganze Rest

Samstag und Sonntag

Ein kleiner Rückblick auf das vergangene Wochenende. Wir schauten zurück auf das, was vor zwei Jahren war. Und ich schaute zurück auf das, was vor 49 Jahren war. Dafür fuhren wir nach Dorf Lichtenhain und nahmen uns ein Zimmer für eine Nacht.

lthain Am Dorf Lichtenhain

Zum Neuen Wildenstein (Samstag)

Der späte Vormittag, heiter bis wolkig, das Auto auf dem Wanderparkplatz und die schnellen Schuhe geschnürt. Ein kurzer Spaziergang durch das Dorf Lichtenhain, danach der Hörnelweg über die Wiesen und hinunter in das Kirnitzschtal. Zuletzt bin ich den anno 1977 gegangen, also vor gut 49 Jahren.

lwfall Lichtenhainer Wasserfall

Im Anschluss am Dorfbach entlang bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Dort wurde fünf Minuten darauf die Klappe geöffnet. Wir verweilten also kurz, schauten inmitten einer kleinen Menge und erfreuten uns am Spektakel.

ktbahn

Dann weiter ganz klassisch – den Kuhstallweg hinauf zum Neuen Wildenstein. Die Rast an der Wirtschaft (Bowumise und Linsen), danach die Himmelsleiter und die Ausblicke. Es folgte das Gekraxel ins Schneiderloch und darauf der Abstieg ins Tal (über die Alte Straße).

Das Knechtsbachtal führte uns nach einigen Metern von der Kirnitzschtalstraße zurück auf die Höhe. Immer entlang am Wasser, der Anstieg ist mäßig, aber lang. Im schönsten Herbstwald und lange schon allein – die Menschen ließen wir am Kuhstall zurück. Nach dem Wald und den Hügeln ist das Dorf Lichtenhain schon zu sehen und es braucht nicht mehr lange bis zum Startpunkt.

avnwst Ausblick vom Neuen Wildenstein

Bemerkenswert: Am Wasserfall, der Kirnitzschtalbahn und am Kuhstall war reichlich (und erwartungsgemäß) Getümmel, abseits davon waren wir alleine (komoot).

Es war eine bewusste Entscheidung diese klassische Strecke von Lichtenhain zu gehen – denn für mich war das eine schöne Erinnerung an einen FDGB-Wanderurlaub anno 1977 (als der mensch erstmalig in Dresden und der Sächsischen Schweiz war).

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Später dann Einchecken im Hotel, zum Abend wohlfeil speisen in der einzigen Einkehr des Ortes und zeitnah in den Schlaf der Gerechten fallen.

Der Blumeneisenmacher (Sonntag)

Zum Frühstück war absehbar, dass Sturmtief Manja uns den Sonntag vermiesen wollte. Wir planten um, statt eine weitere Runde zu laufen fuhren wir hinunter nach Sebnitz und besuchten die Deutsche Kunstblume – sprich ein kleines Museum mit Schauwerkstatt.

Nach unserem Rundgang spreche ich hiermit eine Empfehlung aus: Insbesondere der historische Film aus den 40er Jahren und die auskunftsbereiten Damen in ihrer interessanten Schauwerkstatt sind den Besuch allemal wert. Dazu kommt eine Vielfalt an uralten, inzwischen lediglich auf Elektrizität umgerüsteter Maschinen, mit denen heute noch fleißig gewerkelt wird.

Wissenswert: Bei der traditionellen Herstellung von Kunst- und Seidenblumen braucht es Stanz- und Prägeeisen, um die Formen aus dem Stoff zu schlagen und ihnen eine dreidimensionale Struktur zu verleihen. Der Blumeneisenmacher war der spezialisierte Handwerker, der diese Eisen fertigte.

Im Hochzeitszimmer galt es dann noch einige alberne Bilder zu machen – manchmal muss das so und an einem Hochzeitstag darf mensch das auch – wohlan!

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So war das alles, an diesem Wochende im Oktober.

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Notiz vom 21. Oktober 2026